Legenden von Teneriffa: Geschichten voller Grusel, Geheimnis und Volkstradition
Teneriffa besteht nicht nur aus schwarzen Sandstränden, dem Teide und Karneval. Die Insel bewahrt auch ein reiches Erbe an Legenden und Volkstraditionen, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden – Geschichten, die die Kultur der Guanchen, mittelalterliche Folklore und Erzählungen vereinen, die bei Reisenden und Forschern bis heute Neugier wecken. Eines sei gleich zu Beginn gesagt: Was Sie hier finden, sind Legenden und mündlich überlieferte Traditionen, keine belegten Tatsachen. Das schmälert jedoch weder ihren kulturellen Wert noch ihren geheimnisvollen Reiz. Wenn Sie sich für lokale Geschichte und das kulturelle Erbe der Inseln interessieren und Teneriffa aus einem anderen Blickwinkel entdecken möchten, ist dieser Leitfaden genau richtig für Sie.
Warum ist Teneriffa so reich an geheimnisvollen Geschichten?
Nur wenige Inseln der Welt vereinen so viele Elemente, die dem Entstehen von Legenden förderlich sind, wie Teneriffa. Die vulkanische Landschaft – tiefe Schluchten, Lorbeerwälder, natürliche Lavahöhlen – war seit Jahrhunderten die perfekte Bühne für die Fantasie der Bevölkerung.
Vor der kastilischen Eroberung im 15. Jahrhundert besaßen die Guanchen bereits eine reiche Weltanschauung mit übernatürlichen Wesen, komplexen Bestattungsriten und heiligen Orten. Diese vorspanische mündliche Tradition bildete den ersten großen Nährboden für die Legenden Teneriffas und verlieh vielen Naturorten Bedeutungen, die das Erbe der Guanchen mit späteren europäischen Einflüssen verbinden. Hinzu kommt ein außergewöhnliches historisches Erbe: Herrenhäuser aus dem 16. Jahrhundert, Klöster, jahrhundertealte Krankenhäuser und eine Kolonialarchitektur, die viele Geheimnisse bewahrt. La Laguna, UNESCO-Weltkulturerbe, und das Anaga-Gebirge, Biosphärenreservat, vereinen einen Großteil dieses Erbes.
Die Orte mit den bekanntesten Gruselgeschichten Teneriffas
Der Barranco de Badajoz und das Mädchen mit den Birnen
Der Barranco de Badajoz, in der Gemeinde Güímar, gilt als einer der Orte auf Teneriffa, die am stärksten mit dem Paranormalen in Verbindung gebracht werden. Die bekannteste Legende spielt sich zwischen dem Ende des 19. und dem Anfang des 20. Jahrhunderts ab. Ein Mädchen wurde in die Schlucht geschickt, um Birnen zu sammeln, und verschwand spurlos. Jahrzehnte später – je nach Version zwischen 20 und 40 Jahren – kehrte sie mit demselben Aussehen zurück, das sie am Tag ihres Verschwindens gehabt hatte. Sie erzählte, ein sehr großes, weiß gekleidetes Wesen habe sie in das Innere einer Höhle gebracht, in der sich weitere Gestalten wie er befanden. Für sie waren nur wenige Stunden vergangen. Die Volkstradition schreibt dieses Phänomen den sogenannten „weißen Wesen” zu, Erscheinungen, die den lokalen Erzählungen zufolge bis heute in der Schlucht gesichtet werden.
Der Bailadero de las Brujas im Anaga-Gebirge
Im Herzen des Anaga-Gebirges, zwischen Taganana und San Andrés, liegt ein Ort namens El Bailadero. Der Legende nach hielten hier die Hexen Teneriffas ihre Hexensabbate ab: Tänze um das Feuer und Rituale, die mit einem nächtlichen Abstieg zum Meer endeten. Der Chronist Domingo García Barbusano dokumentiert in seinem Werk „La Brujería en Canarias” Zeugnisse, die diesen Ort als Durchgangsstation für all jene beschreiben, die sich in die Hexerei einweihen lassen wollten. Heute ist das Anaga-Gebirge Biosphärenreservat und einer der ältesten Wälder Europas.
Das Hospital del Tórax und das Geheimnis von Zimmer 29
Das Hospital del Tórax im Stadtteil Ofra öffnete am 2. Mai 1944 seine Türen zur Behandlung von Tuberkulose. Die bis heute anhaltenden Geschichten drehen sich um Zimmer 29 im Bereich der Palliativpflege, wo Patienten und medizinisches Personal übereinstimmend berichteten, nachts die Silhouette eines Mannes mit Hut beobachtet zu haben, der sich den Betten näherte. Die Journalisten Alfonso Ferrer und Alfredo Moreno dokumentierten diese Erfahrungen in ihrem Buch „Los Fantasmas de La Candelaria”, dem Ergebnis dreijähriger Recherchen.
Die Casa Lercaro und das Gespenst der Catalina
Im Herzen von La Laguna erhebt sich die Casa Lercaro, heute Sitz des Museo de Historia y Antropología (MHA). Die Legende um Catalina – Tochter des Adligen Antonio Lercaro, die sich am Tag ihrer Hochzeit in den Brunnen des Innenhofs stürzte – hat dieses Herrenhaus zu einem der Orte mit der größten geheimnisvollen Tradition der Kanarischen Inseln gemacht. Der Volksglaube besagt, sie sei in einem der Innenhöfe begraben, da die Kirche ihr angeblich ein Begräbnis auf geweihtem Boden verweigert habe. Spätere historische Untersuchungen konnten die Details der Legende nicht bestätigen, was ihr Geheimnis nur noch verstärkt hat.
Die Hoya de La Matanza und die geisterhaften Soldaten
In San Juan de la Rambla, im Erholungspark La Tahona, liegt ein Gebiet, das die Landbewohner der Gegend als „schweren Ort” bezeichneten. Die Erzählungen sprechen von plötzlicher Orientierungslosigkeit und Erscheinungen von Reitern oder geisterhaften Soldaten, die in der mündlichen Überlieferung mit den Konflikten im Norden der Insel während der kastilischen Eroberung im 15. Jahrhundert in Verbindung gebracht werden.
Das Kloster San Agustín und die sprechenden Mauern
Das alte, im 16. Jahrhundert gegründete Kloster San Agustín in La Laguna diente jahrelang als Universitätssitz, bevor es teilweise zur Ruine wurde. Lokale Überlieferungen berichten von Anwohnern, die in den verschlossenen Kreuzgängen Stimmen und Schritte hörten, die den Mönchen zugeschrieben werden, die das Kloster über Jahrhunderte bewohnten.
Der Teide und die Legende von Guayota
Für die Guanchen war der Vulkan – den sie Echeyde nannten – der Wohnort Guayotas, des bösen Wesens ihrer Mythologie. Der mündlichen Überlieferung zufolge entführte Guayota Magec, den Sonnengott, und stürzte die Insel in Dunkelheit. Der oberste Gott Achamán besiegte ihn, befreite Magec und versiegelte den Krater. Dieser Pfropfen ist der Legende nach der Pilón bzw. Pan de Azúcar, der weißliche Kegel, der bis heute den Gipfel des Teide krönt. Wenn der Vulkan bebte, so die Tradition, versuchte Guayota zu entkommen.
Route zu den geheimnisvollsten Orten Teneriffas
Wenn Sie diese Orte in einer einzigen Reise erkunden möchten, finden Sie hier einen Vorschlag, der den Norden und den Süden der Insel verbindet:
- Tag 1 – Norden: La Laguna (Casa Lercaro + Kloster San Agustín), Anaga-Gebirge (El Bailadero), Mittagessen in Taganana.
- Tag 2 – Süden und Nordosten: Güímar (Barranco de Badajoz), San Juan de la Rambla (Hoya de La Matanza), Hospital del Tórax in Santa Cruz (nur von außen).
- Tag 3 – Teide: Aufstieg zum Teide-Nationalpark, begleitet von der Legende Guayotas. Die meisten dieser Orte können frei und kostenlos besichtigt werden, doch für den Teide sollten Sie den Zugang zum Gipfel im Voraus reservieren: Die tägliche Besucherzahl ist begrenzt.
Tipps für den Besuch dieser Orte
Einige dieser Orte erfordern etwas Planung, damit Sie sie sicher und respektvoll genießen können:
- Tragen Sie geeignetes Schuhwerk. Der Barranco de Badajoz und das Anaga-Gebirge haben unebene Wege, die keine Sandalen oder Stadtschuhe zulassen.
- Respektieren Sie die Orte. Es handelt sich um geschützte Naturräume oder Gebäude von kulturellem Wert. Berühren oder verändern Sie nichts.
- Gehen Sie nachts nicht allein in die Berge. Die Faszination der Dunkelheit ist verständlich, aber Sicherheit geht immer vor.
- Informieren Sie sich vorab. Die Casa Lercaro (MHA) hat feste Öffnungszeiten; prüfen Sie die Zugangsbedingungen zum Anaga-Gebirge, bevor Sie aufbrechen.
Wo Sie übernachten können, um die geheimnisvollste Seite Teneriffas zu entdecken
Princess Hotels verfügt über zwei Hotels auf Teneriffa, beide ausschließlich für Erwachsene (+16) und beide in Costa Adeje im Süden der Insel gelegen.
Das Hotel Guayarmina Princess liegt in erster Strandlinie am Fañabé-Strand. Es besticht durch modernes Design, ein vielfältiges gastronomisches Angebot und exklusive Serviceleistungen mit dem Platinum-Zimmer. Ideal für Paare und Alleinreisende, die eine ruhige und elegante Atmosphäre suchen.
Das Hotel Princess Inspire Tenerife liegt ebenfalls in Costa Adeje. Ein Hotel mit intimer Atmosphäre und persönlichem Service, mit Wellnessbereich und hochwertiger Gastronomie – perfekt für alle, die Entspannung und Ruhe in Meeresnähe schätzen.
Von beiden Hotels aus erreichen Sie den Süden der Insel – Güímar, den Barranco de Badajoz, den Teide – in wenigen Kilometern.
Buchen Sie Ihren Aufenthalt in den Princess Hotels auf Teneriffa und entdecken Sie die Insel jenseits ihrer Strände.
Kategorien: Kanaren, Reisetipps, Teneriffa



























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